Wie können digitale Methoden dazu beitragen, industrielle Bestandsgebäude zu bewerten und nachhaltig weiterzuentwickeln? Mit dieser Fragestellung beschäftigten sich die Projektpartner und Stakeholder des DiziPro-Projekts am 9. und 10. Juli 2026 beim gemeinsamen Workshop in die fabrik in Chemnitz. Ziel der Veranstaltung war es, den aktuellen Projektstand vorzustellen, wertvolle Impulse aus Wissenschaft und Praxis aufzunehmen und den Austausch zwischen allen Beteiligten zu intensivieren.
Bereits die Wahl des Veranstaltungsortes setzte ein passendes Zeichen: Die fabrik, ein ehemaliges Industrieareal, verbindet heute als moderner Co-Innovations- und Eventspace industrielle Geschichte mit zukunftsorientierter Nutzung. Sie steht beispielhaft für die gelungene Transformation und Nachnutzung bestehender Gebäude und spiegelt damit zentrale Themen des DiziPro-Projekts wider. Die inspirierende Umgebung bot den idealen Rahmen für fachliche Diskussionen, kreative Ideen und den persönlichen Austausch.
Gemeinsam den Projektfortschritt gestalten
Nach einem gemeinsamen Mittagessen eröffnete das Projektteam den Workshop mit einer Begrüßung und einem Überblick über die Agenda. Zudem wurde die neue DiziPro-Projektwebsite vorgestellt, die sich derzeit in den finalen Vorbereitungen befindet und schon bald online gehen wird. Künftig soll sie als zentrale Informationsplattform dienen und Interessierten Einblicke in das Projekt, die beteiligten Partner sowie aktuelle Entwicklungen und Ergebnisse bieten.
Im Anschluss präsentierten die Projektpartner den aktuellen Stand ihrer Arbeiten in den einzelnen Arbeitspaketen. Die verschiedenen Anwendungsfälle sowie die Frage, wie sich digitale Informationen aus unterschiedlichen Quellen künftig effizient zusammenführen und nutzen lassen, bildeten einen zentralen Diskussionspunkt.
Die anschließenden Diskussionsrunden boten Raum für einen offenen Austausch zwischen Projektpartnern und Stakeholdern. Dabei wurden unter anderem Anforderungen an Datenqualität, Schnittstellen zwischen den Arbeitspaketen sowie unterschiedliche Perspektiven aus Forschung und Praxis diskutiert. Gerade diese verschiedenen Sichtweisen lieferten wertvolle Hinweise für die weitere Projektarbeit.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Themenfeld Wissensmanagement und semantische Datenmodellierung. Gemeinsam wurde diskutiert, welche Informationen für fundierte Entscheidungen im Gebäudebestand tatsächlich benötigt werden und wie sich diese langfristig aktuell und nachvollziehbar halten lassen. Besonders bei Bestandsgebäuden stellt die Zusammenführung historischer und aktueller Informationen eine zentrale Herausforderung dar. Semantische Wissensmodelle und IFC-basierte Gebäudedaten bilden hierfür wichtige Grundlagen.

Spannende Impulse aus Wissenschaft und Wirtschaft
Am Nachmittag wurde der Workshop für weitere Stakeholder geöffnet. Nach einer interaktiven Live-Umfrage folgten mehrere Fachvorträge, die unterschiedliche Perspektiven auf die Digitalisierung und nachhaltige Entwicklung des Gebäudebestands aufzeigten.
Unter anderem eröffnete die fellendorf GmbH den Impulsblock mit einem Blick auf aktuelle Herausforderungen der Baubranche und stellte eine Studie zur Markthalle Chemnitz vor. Dabei wurde deutlich, wie wichtig eine fundierte Bestandserfassung als Grundlage für zukünftige Planungs- und Sanierungsprozesse ist. Die Referierenden stellten ebenso bereits umgesetzte Use Cases für den ganz praktischen Einsatz von KI in einem Architekturbüro vor.
Anschließend präsentierte Benjamin Jacobsen von der TU Chemnitz mit dem Projekt ENICU (Energie Kultur Fabriken im Chemnitzer Umland) eine interdisziplinäre Potenzialstudie zur Nachnutzung ehemaliger Industrieareale. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie sich belastbare Bestandsdaten nutzen lassen, um technisch sinnvolle, wirtschaftlich tragfähige und ökologisch nachhaltige Nachnutzungskonzepte, insbesondere in Form von Energiefabriken, zu entwickeln.
Einen weiteren praxisnahen Einblick lieferte der Beitrag von Points2BIM. Anhand konkreter Beispiele veranschaulichte das Unternehmen die Potenziale digitaler Gebäudemodelle für die Planung und Bestandserfassung. Dabei wurde deutlich, wie digitale Bestandsdaten eine fundierte Grundlage für die Planung, Dokumentation und spätere Nutzung von Gebäuden schaffen können.
Der erste Veranstaltungstag endete mit einem gemeinsamen Gruppenfoto sowie einem Abendessen. Anschließend bot die Rooftop-Bar der die fabrik Gelegenheit, die Gespräche in entspannter Atmosphäre fortzusetzen, neue Kontakte zu knüpfen und die während des Workshops entstandenen Ideen weiterzudenken.
Vertiefung der Projektarbeit am zweiten Veranstaltungstag
Der zweite Workshoptag stand im Zeichen der weiteren Projektarbeit. Nach einem gemeinsamen Rückblick auf die Erkenntnisse des Vortages präsentierten weitere Projektpartner ihre bisherigen Ergebnisse. Im Fokus standen dabei unter anderem Beiträge des Fraunhofer IWU sowie der Skill Software GmbH welche weitere Einblicke in den aktuellen Entwicklungsstand des Projekts gaben.
In den anschließenden Diskussionsrunden wurden offene Fragestellungen geklärt, Ergebnisse zwischen den Arbeitspaketen abgestimmt und die nächsten Projektschritte definiert. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der gemeinsamen Durchsicht der Projektmanagement-Tickets, um Aufgaben zu priorisieren und die Zusammenarbeit innerhalb des Konsortiums weiter zu koordinieren.
Mit einem gemeinsamen Mittagessen endete der zweitägige Stakeholder-Workshop. Die Veranstaltung hat eindrucksvoll gezeigt, wie wertvoll der enge Austausch zwischen Forschung, Wirtschaft und Praxis für die Digitalisierung des Gebäudebestands ist. Die gewonnenen Impulse und Diskussionen bilden eine wichtige Grundlage für die nächsten Schritte im DiziPro-Projekt und unterstreichen, dass innovative Lösungen vor allem dort entstehen, wo unterschiedliche Kompetenzen und Erfahrungen zusammenkommen.




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